04 January 2026, 00:23

Top-Manager klagen über Bürokratie-Monster – doch warum bleibt Deutschland für sie trotzdem wichtig?

Drei Coca-Cola-Flaschen auf einem Tuch gedruckt.

Coca-Cola beschwert sich über Standortbedingungen in Deutschland - Top-Manager klagen über Bürokratie-Monster – doch warum bleibt Deutschland für sie trotzdem wichtig?

John Galvin, CEO von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) in Deutschland, hat sich kritisch zur schwierigen Wirtschaftslage im Land geäußert. Er nannte übermäßige Bürokratie und zähe Genehmigungsverfahren als zentrale Hindernisse für Unternehmen. Trotz dieser Herausforderungen bleibe CCEP jedoch seinem Standort Deutschland treu und werde die Produktion im Land halten.

Auch BMW-Chef Oliver Zipse kritisierte bei einer jüngsten Veranstaltung in Düsseldorf die hohe Bürokratielast. Gleichzeitig lobte er aber die starken Ingenieurskompetenzen und das Innovationspotenzial Deutschlands – ein zwiespältiges Fazit zur aktuellen Situation.

Galvin verwies auf scheinbar kleine Projekte wie das Versetzen eines Zauns oder Baumschnittmaßnahmen, die aufgrund widersprüchlicher Vorgaben verschiedener Behörden monatelang blockiert würden. Solche Ineffizienzen machten Investitionen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern unnötig langsam, so der Manager. Zudem raube überbordende Regulierung den Unternehmen wertvolle Zeit für ihr Kerngeschäft.

Bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung teilte Zipse ähnliche Frustrationen. Die bürokratischen Anforderungen in Deutschland seien übermäßig komplex, räumte aber ein, dass das Land in Sachen Ingenieurskunst und Innovation weltweit führend bleibe. Seine Äußerungen fielen in eine Phase, in der der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor einem zunehmenden Verlust der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands warnt.

Galvin begrüßte zwar die jüngste Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Regularien für Unternehmen zu vereinfachen, mahnte aber, dass nun Taten folgen müssten. CCEP, das an 24 Standorten – darunter 13 Produktionsstätten – rund 6.100 Mitarbeiter beschäftigt, habe keine Pläne, Teile der Produktion ins Ausland zu verlagern. Allein in Deutschland stellt das Unternehmen jährlich 4,1 Milliarden Liter Getränke her.

Die Warnungen des BDI unterstreichen die wachsenden Bedenken hinsichtlich Deutschlands Attraktivität als Wirtschaftsstandort. Sowohl Galvin als auch Zipse betonten die Dringlichkeit beschleunigter Reformen, um einen weiteren wirtschaftlichen Abstieg zu verhindern.

Trotz der Widrigkeiten wird CCEP seine Aktivitäten in Deutschland fortsetzen. Galvins Forderung nach Bürokratieabbau reiht sich ein in die branchenweite Kritik an den ineffizienten Rahmenbedingungen. Ob die Politik diese Signale aufgreift und konkrete Verbesserungen für die hier ansässigen Unternehmen umsetzt, bleibt abzuwarten.