Trumps ernste Anfrage nach dem Friedensnobelpreis – aus einem Witz wird Realität
Eva-Maria TrübGuido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Trumps ernste Anfrage nach dem Friedensnobelpreis – aus einem Witz wird Realität
Ein Witz des deutschen Komikers Guido Cantz über Donald Trumps möglichen Gewinn des Friedensnobelpreises hat eine unerwartete Wendung genommen. Im Januar 2026 schrieb der ehemalige US-Präsident einen Brief an Norwegens Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und fragte, warum er die Auszeichnung nie erhalten habe. Der Briefwechsel folgte auf Jahre der Satire über Trumps Ambitionen für den prestigeträchtigen Preis.
Cantz hatte einst scherzhaft behauptet, Trump werde sich den Friedensnobelpreis "mit Gewalt erkämpfen". Doch der Komiker gibt nun zu, dass der Witz seine Komik verloren habe. Für ihn mache Trumps unermüdliche öffentliche Selbstinszenierung Satire nahezu unmöglich – was als absurd beginnt, werde oft zur Realität.
In seinem Schreiben an Støre argumentierte Trump, er habe den Preis für die Beendigung von acht Kriegen verdient. Der norwegische Regierungschef, seit 2021 im Amt, hatte bereits früher mit dem Ex-Präsidenten korrespondiert. Cantz, der die Situation reflektiert, stellte fest, dass Witze über Trump selten lange lustig bleiben. Zudem beschrieb er es als aufwendig, Material über Trump zu entwickeln: Mit jeder neuen Schlagzeile wirken alte Pointen schnell überholt. Was einst als spielerische Übertreibung begann, spiegelt heute tatsächliche Ereignisse wider.
Der Brief an Støre markiert ein weiteres Kapitel in Trumps langjährigem Interesse am Friedensnobelpreis. Aus Cantz’ einst abstrusem Gag ist nun ein realer politischer Austausch geworden. Die Episode zeigt, wie schnell Satire und Fakt bei dem ehemaligen Präsidenten verschwimmen können.