US-Konzern Sunoco übernimmt Tanquid – doch die Kritik bleibt laut
Ladislaus DowergUS-Konzern Sunoco übernimmt Tanquid – doch die Kritik bleibt laut
Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid an US-Energiekonzern Sunoco verkauft
Der Verkauf des größten deutschen Tanklagerbetreibers Tanquid an das US-Energieunternehmen Sunoco hat eine Debatte über Sicherheitsrisiken und Klimapolitik ausgelöst. Die Regierung gab ihre Zustimmung nur unter strengen Auflagen, um Bedenken auszuräumen.
Das Bundeswirtschaftsministerium erteilte zwar grünes Licht für die Übernahme, verband dies jedoch mit zentralen Vorgaben. Demnach muss Tanquid im Rahmen der Vereinbarung seine Anteile an einem Pipeline-Unternehmen an den Bund abtreten. Behörden versichern, dass die Versorgungssicherheit durch den Eigentümerwechsel nicht beeinträchtigt werde.
Sunoco ist Teil von Energy Transfer, einem der größten US-Energiekonzerne. dessen Vorstandsvorsitzender Kelcy Warren steht wegen seiner Verbindungen zum ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und seiner Unterstützung für die "Make America Great Again"-Bewegung in der Kritik. Diese Verknüpfung hat die Skepsis gegenüber dem Deal zusätzlich geschürt.
Kritiker, darunter die Grünen, warnen davor, kritische Infrastruktur ohne wirksame Schutzmechanismen aus der Hand zu geben. Die energiepolitische Sprecherin der Partei hinterfragte die Zusagen des Ministeriums. Auch Umweltverbände melden Bedenken an und verweisen auf klimapolitische Risiken.
In jüngsten Debatten in Deutschland ging es vor allem um den Investitionsbedarf in die Infrastruktur und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Direkte Vergleiche mit früheren Verkäufen kritischer Infrastruktur in anderen Bundesländern oder Häfen wurden jedoch nicht gezogen. Stattdessen dominieren Forderungen nach einem Sonderfonds für Infrastruktur die politische Diskussion.
Die Übernahme von Tanquid durch Sunoco schreitet unter strengen Auflagen voran. Die Bundesregierung wird nun die Übertragung der Pipeline-Anteile überwachen. Gleichzeitig halten politische und ökologische Gegner die grundsätzlichen Bedenken gegen ausländische Kontrolle über Schlüsselinfrastrukturen aufrecht.