"Vengeance: Mord in der Heide" – Wie eine BAFTA-Gewinnerin echte Geschichten auf die Leinwand bringt
Ehrentraud Zirme"Vengeance: Mord in der Heide" – Wie eine BAFTA-Gewinnerin echte Geschichten auf die Leinwand bringt
„Vengeance: Mord in der Heide“ – Neue Channel-4-Serie feiert am Sonntag Premiere
Dieser Sonntagabend bringt die Premiere der neuen Channel-4-Dokuserie „Vengeance: Mord in der Heide“, die sich mit dem sogenannten „Honeytrap-Mord“ an Gagandip Singh im Jahr 2007 und dem anschließenden Prozess befasst. Produziert wurde die Serie von der BAFTA-prämierten Filmemacherin Aysha Rafaele, in den Hauptrollen sind „Industry“-Schauspieler Asim Chaudhry und Laila Rouass zu sehen.
Rafaele kritisiert seit Langem die mangelnde authentische Repräsentation von Schwarzen und britisch-asiatischen Communities im Fernsehen. Trotz viel beachteter Erfolge wie Adeel Akhtars BAFTA als „Bester Schauspieler“ für „Murdered by My Father“ (2017) habe sich wenig verändert, so ihre Einschätzung. Die Idee zu „Vengeance“ entstand, als sie feststellte, dass komplexe, realitätsnahe Erzählungen über britische Sikhs in der Mainstream-Unterhaltung fehlen. Wie bei ihren früheren Projekten pitchte sie die Serie direkt an die Dokumentar-Redaktionen von Sendern – nicht an die Drama-Abteilungen. Dieser Ansatz beschleunigt die Entwicklung und umgeht langwierige Verzögerungen.
Die Produzentin arbeitet zwar mit kleineren Budgets, setzt aber auf kreative Freiheit statt auf finanzielle Mittel in großem Stil. Größere Fördergelder seien oft mit redaktionellen Auflagen verbunden, die die Authentizität einschränkten, argumentiert sie. Sowohl „Vengeance“ als auch ihre vorherige Serie „Dirty Business“ wurden von der unscripted-Abteilung von Channel 4 in Auftrag gegeben.
Rafaele äußert sich auch kritisch zu abgedroschenen Klischees im britischen Fernsehen: Asiatische Mädchen würden häufig als passiv dargestellt, während Jungen auf die Rolle des braven „Musterschülers“ reduziert würden. Schwarze und Brown-Schauspieler*innen erhielten dagegen oft Parts, die ursprünglich für weiße Mittelschicht-Charaktere geschrieben seien. Trotz Branchen-Diskussionen sehe sie seit 2017 kaum Fortschritte bei der Vielfalt der Geschichten auf dem Bildschirm.
Zum Cast der Serie gehören Asim Chaudhry, bekannt aus „Industry“, und Laila Rouass. Ihre Darstellungen bringen die Ereignisse um Singhs Mord und den folgenden Rechtsstreit auf die Leinwand.
„Vengeance: Mord in der Heide“ läuft ab diesem Sonntag bei Channel 4. Die Serie ist ein weiterer Schritt in Rafaeles Bemühungen, differenziertere Darstellungen britisch-asiatischer und Schwarzer Communities zu fördern. Ihre Arbeit stellt weiterhin gängige Branchenstandards infrage, indem sie reale Geschichten statt klischeehafter Formate in den Mittelpunkt rückt.






