03 February 2026, 23:07

Verdi ruft zu massiven Warnstreiks in NRW-Kitas und Pflegeheimen auf

Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer mit Büchern und Stiften, ein Fenster im Hintergrund.

Erste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Verdi ruft zu massiven Warnstreiks in NRW-Kitas und Pflegeheimen auf

Die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks in ganz Nordrhein-Westfalen im Rahmen eines Tarifkonflikts mit den Arbeitgebern der Arbeiterwohlfahrt (AWO) aufgerufen. Beschäftigte in Kitas, Pflegeheimen und anderen sozialen Einrichtungen werden am Mittwoch, dem 4. Februar, die Arbeit niederlegen; weitere Aktionen sind für Donnerstag geplant. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne, zusätzlichen Urlaub sowie bessere Arbeitsbedingungen für Auszubildende – Forderungen, die die Arbeitgeber bereits als unrealistisch zurückgewiesen haben.

Die Streiks beginnen am Mittwoch in Essen, Aachen und Köln, wo Kundgebungen mit Protesten für höhere Löhne im öffentlichen Dienst zusammenfallen werden. In Kitas der Städte Essen sowie der Kreise Rhein-Erft, Bonn und Rhein-Sieg kommt es zu Einschränkungen: Einige Einrichtungen werden Gruppen zusammenlegen, Notbetreuung anbieten oder ganz schließen. Auch Pflegeeinrichtungen in Köln beteiligen sich, wobei die Versorgung der Bewohner jedoch sichergestellt bleibt.

Am Donnerstag, dem 5. Februar, weitet sich die Aktion auf Ostwestfalen-Lippe aus, wo in Herford eine Demonstration geplant ist. Verdi verlangt eine monatliche Bruttoerhöhung von 500 Euro für alle AWO-Mitarbeiter sowie 300 Euro zusätzlich für Auszubildende. Weitere Forderungen umfassen drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für Gewerkschaftsmitglieder und verbesserte Arbeitsbedingungen für Auszubildende.

Die Arbeitgeber lehnen die Anforderungen als "völlig überzogen" und "PR-Gag" ab. Sie argumentieren, dass die angespannten Haushalte im Sozialbereich die geforderten Erhöhungen unmöglich machten. Trotz gescheiterter Verhandlungen hat Verdi nicht konkretisiert, wie viele Einrichtungen schließen werden oder welche Gruppen besonders von den Streiks betroffen sein werden.

Die Warnstreiks werden die AWO-Dienstleistungen in mehreren Regionen beeinträchtigen, wobei Kitas und Pflegeeinrichtungen ihren Betrieb anpassen müssen. Die Arbeitgeber bleiben bei ihrer Haltung, sodass die Verhandlungen feststecken. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten weitere Aktionen folgen.