10 January 2026, 20:33

Vion zieht sich nach Jahren der Verluste aus dem deutschen Fleischmarkt zurück

Eine Glasvitrine in einem Metzgerladen, die Tabletts mit Fleisch und Preisschilder zeigt, mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und einer Decke oben.

Vion zieht sich nach Jahren der Verluste aus dem deutschen Fleischmarkt zurück

Niederländischer Fleischverarbeiter Vion zieht sich nach Jahren der Verluste aus Deutschland zurück

Der niederländische Fleischkonzern Vion gibt nach jahrelangen Verlusten seine Aktivitäten in Deutschland auf. Bereits Mitte 2024 hatte das Unternehmen Pläne für den Rückzug aus dem deutschen Markt angekündigt – doch zwei Jahre später sind zentrale Standorte immer noch nicht verkauft. Während die Frist für die Schließung eines großen Werks näher rückt, laufen die Verhandlungen mit potenziellen Käufern, Gewerkschaften und Politikern weiter.

Im Juni 2024 gab Vion bekannt, sich künftig auf die Benelux-Region konzentrieren und seine deutschen Schlachthöfe und Verarbeitungsbetriebe veräußern zu wollen. Noch im selben Jahr einigte man sich mit der Premium Food Group (PFG) auf die Übernahme von Rinder-Schlachtbetrieben in Buchloe, Crailsheim, Waldkraiburg und Hilden sowie von Gerbereistandorten in Memmingen und Eching-Weixerau.

Doch das Bundeskartellamt blockierte den Verkauf Ende 2024 mit der Begründung, PFG besitze bereits eine marktbeherrschende Stellung im Rindfleischsektor. Vion musste die Suche nach neuen Käufern erneut aufnehmen. In der Zwischenzeit sank die Produktion im Werk Hilden – einst mit bis zu 1.000 Tonnen Rindfleisch pro Woche – auf nur noch 350 bis 400 Tonnen.

Da bis Anfang 2026 kein Verkauf zustande kam, bestätigte Vion die Schließung des Standorts Hilden bis zum 28. Februar. Betroffen sind rund 160 Mitarbeiter. Als Grund nannte das Unternehmen langfristige Marktveränderungen. Derzeit verhandelt Vion mit dem Betriebsrat über Abfindungsregelungen und einen Sozialplan für die Belegschaft.

Lokale Politiker und Gewerkschaften setzen sich weiterhin für den Erhalt der Standorte ein, doch konkrete Lösungen stehen noch aus.

Sollte sich nicht kurzfristig ein Käufer finden, wird das Werk Hilden Ende Februar geschlossen. Während Vion weiterhin mit Investoren im Gespräch bleibt, bangt die Belegschaft um ihre Zukunft. Die Entwicklung wird zeigen, ob die verbleibenden deutschen Standorte weiterbetrieben werden – oder ob sie dem Beispiel Hildens folgen und ebenfalls dichtmachen müssen.