Warum Deutschland ein Land der Mieter bleibt – trotz hoher Eigentumsquoten in Europa

Swantje Weinhage
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Eine Karte von Deutschland, farbig gestaltet, um den Prozentsatz der Menschen zu zeigen, die im Bundesland Frankfurt leben, mit begleitendem Text auf der linken Seite, der die Bevölkerungsdichte erläutert.Swantje Weinhage

Warum Deutschland ein Land der Mieter bleibt – trotz hoher Eigentumsquoten in Europa

Deutschland bleibt ein Land der Mieter, denn die Wohneigentumsquote liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Nur 53,5 Prozent der Einwohner besitzen eine Immobilie – damit landet das Land im europäischen Vergleich auf einem der letzten Plätze. Hohe Kosten und kulturelle Traditionen haben das Mieten seit Jahrzehnten zur vorherrschenden Wohnform gemacht.

In den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen Mieten und Kaufen weiter vergrößert. Noch vor 2022 war der Erwerb eines Hauses in Nordrhein-Westfalen (NRW) fast genauso erschwinglich wie das Mieten. Doch die gestiegenen Zinsen haben das Verhältnis gekippt: Mieten ist seitdem wieder die günstigere Option.

NRW selbst verzeichnet eine der niedrigsten Wohneigentumsquoten Deutschlands – gerade einmal 38,5 Prozent. In Großstädten wie Düsseldorf und Köln fallen die Werte noch deutlicher ab: 21,8 Prozent bzw. 24,5 Prozent. Diese Zahlen spiegeln einen übergeordneten Trend wider, bei dem Wohneigentum vor allem in bestimmten sozialen Gruppen konzentriert bleibt. Kinder von Immobilienbesitzern steigen deutlich häufiger selbst in den Eigentumsmarkt ein, was die generationenübergreifenden Unterschiede verstärkt.

Hohe Anfangsinvestitionen schrecken viele potenzielle Käufer ab. In Deutschland erhöhen Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notargebühren und Maklerprovisionen den Kaufpreis um 10 bis 12 Prozent. Diese finanzielle Hürde steht im krassen Gegensatz zu Ländern wie Norwegen, wo staatliche Anreize – darunter Steuervergünstigungen und zinsgünstige Kredite – den Immobilienerwerb aktiv fördern.

In anderen europäischen Ländern variieren die Eigentumsquoten stark. In Spanien treiben kulturelle Vorlieben die hohe Wohneigentumsrate voran, während in osteuropäischen Staaten die Quoten nach dem Zusammenbruch des Kommunismus stark anstiegen, als staatlicher Wohnraum in großem Stil privatisiert wurde. In Deutschland hingegen ist die Miettradition tief verwurzelt – geprägt durch historische Entwicklungen und starke Mieterschutzrechte, die das Mieten zu einer stabilen, langfristigen Lösung gemacht haben.

Aktuell bleibt der deutsche Wohnungsmarkt weiterhin mietfreundlich. Angesichts steigender Kaufkosten und fest etablierter Gewohnheiten gibt es kaum Anzeichen für eine Veränderung der niedrigen Eigentumsquote. Für die Mehrheit der Bevölkerung bleiben die finanziellen und strukturellen Hürden zu hoch – das Mieten bleibt damit die Standardwahl für die meisten Einwohner.

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