06 January 2026, 10:47

Warum die Heiligen Drei Könige im Kölner Dom eine rassistische Debatte auslösen

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Tisch mit einem Löffel, einer Schüssel und einem Tablett, mit einer Bibel und einer Wand im Hintergrund.

Die Drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar: Wer sind sie? - Warum die Heiligen Drei Könige im Kölner Dom eine rassistische Debatte auslösen

Die Heiligen Drei Könige, bekannt als Caspar, Melchior und Balthasar, sind seit langem mit den Weihnachtsbräuchen verbunden. Ihre vermeintlichen Gebeine ruhen im Kölner Dom, aufbewahrt in einem goldenen Schrein. Doch ihre Geschichte findet sich nicht in der Bibel, und ihre Darstellung hat kürzlich eine Debatte über rassistische Repräsentation ausgelöst.

Die Tradition, die Heiligen Drei Könige namentlich zu benennen, reicht bis ins sechste Jahrhundert zurück. Im Laufe der Zeit wurden sie zu zentralen Figuren der christlichen Epiphaniasfeier – einem Fest, das ihren Besuch beim Jesuskind markiert. In Teilen Deutschlands, darunter Bayern und Baden-Württemberg, sowie in Österreich und der Schweiz bleibt Epiphanias ein gesetzlicher Feiertag.

Der Schrein mit ihren Schädelknochen wurde erstmals 1864 geöffnet. Anatom:innen unter der Leitung von Dr. Franz Joseph Mone untersuchten die Überreste im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie. Der goldene Schrein zählt bis heute zu den verehrtesten Schätzen des Kölner Doms. In den letzten Jahren gerieten Abbildungen der Heiligen Drei Könige jedoch in die Kritik. Einige Kirchen überprüften ihre Darstellungen nach weltweiten Protesten gegen rassistische Ungerechtigkeit. Die traditionellen Abbildungen, die oft eine der Figuren mit dunklerer Haut zeigen, führten zu Diskussionen über Rassismus in der religiösen Kunst.

Trotz ihrer Abwesenheit in biblischen Texten prägen die Heiligen Drei Könige weiterhin die christliche Tradition. Ihre Reliquien im Kölner Dom ziehen Besucher:innen an, während die Debatten über ihre Darstellung größere Fragen der Repräsentation widerspiegeln. Die Epiphaniasfeiern bleiben in mehreren europäischen Regionen lebendig und halten so ihre Geschichte wach.