17 June 2026, 17:19

Warum komplexe Sprache Start-ups mehr Investitionen bringt – aber mit Risiko

Einfache Sprache verringert Chancen von Start-ups

Warum komplexe Sprache Start-ups mehr Investitionen bringt – aber mit Risiko

Eine neue deutsche Studie zeigt: Start-ups, die in ihren Pitches eine komplexe Sprache verwenden, sichern sich häufiger Investitionen. Die in Entrepreneurship Theory and Practice veröffentlichte Untersuchung deutet auf einen Zusammenhang zwischen sprachlicher Raffinesse und dem Vertrauen von Investoren hin.

Forschende der TU Dortmund, der Universität Passau und der Technischen Universität München analysierten 547 Pitches beim TechCrunch Disrupt Startup Battlefield. Dabei werteten sie die Rückmeldungen von 240 Entscheidungsträgern aus, um den Einfluss der Sprache auf die Finanzierungsergebnisse zu bewerten.

Die Studie ergab, dass kognitive Komplexität – etwa durch differenzierte und nuancierte Ausdrucksweise – die Erfolgschancen auf Förderung im Schnitt um 7,25 Prozent erhöhte. Hochgerechnet entspricht das etwa 125.000 US-Dollar mehr pro Start-up. Gründer, die diesen Stil beherrschten, wirkten auf Investoren kompetenter und glaubwürdiger.

Allerdings warnten die Wissenschaftler auch vor übertriebener Komplexität. Zu komplizierte Formulierungen könnten Investoren verwirren oder zu Zögerlichkeit führen. Prof. Lorenz Graf-Vlachy von der TU Dortmund betonte, wie wichtig es sei, kritisches Denken mit Klarheit in der unternehmerischen Kommunikation zu verbinden.

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Als Beispiel wurde das Fintech-Unternehmen N26 genannt, das nach einem besonders ausgefeilten Pitch innerhalb eines Jahres über 10 Millionen US-Dollar einsammelte.

Die Ergebnisse zeigen: Eine gut durchdachte, anspruchsvolle Sprache kann die Finanzierungschancen eines Start-ups deutlich verbessern. Dennoch bleibt Klarheit entscheidend, um potenzielle Geldgeber nicht zu überfordern. Die Studie unterstreicht, wie wichtig es für Gründer ist, sowohl ihre Ideen als auch ihre Kommunikation zu verfeinern.

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