Westfalen-Lippe kämpft mit dramatischem Hausärztemangel – bundesweites Schlusslicht
Swantje WeinhageHausarztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit dramatischem Hausärztemangel – bundesweites Schlusslicht
Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner
Aktuelle Zahlen zeigen, dass in der Region Westfalen-Lippe nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner kommen – der niedrigste Wert aller regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland. Die SPD schlägt Alarm und warnt vor einer sich verschärfenden Versorgungslücke, für die sie jahrelange politische Versäumnisse verantwortlich macht.
Trotz langjähriger Bemühungen, die Zahl der Hausärzte zu erhöhen, bleibt die Lage angespannt. Ein Landesprogramm, das 2009 gestartet wurde, hat zwar über 1.000 neue Praxen in unterversorgten Gebieten gefördert – 80 Prozent der Mittel flossen dabei nach Westfalen-Lippe. Dennoch liegt die Region weiterhin hinter anderen wie Brandenburg, wo es 66 Hausärzte pro 100.000 Einwohner gibt.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) räumte ein, dass die Lösung des Problems Zeit brauchen werde. Er verwies auf die neu eingeführte Landarztquote, im Rahmen derer sich 1.100 Medizinstudierende verpflichtet haben, nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang als Hausärzte in der Region zu arbeiten. Doch die ersten dieser Ärzte werden frühestens 2030 ihre Tätigkeit aufnehmen können – bedingt durch die lange Ausbildungsdauer.
Die Opposition übt scharfe Kritik an Laumanns Umgang mit der Krise. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, bezeichnete die aktuellen Zahlen als "vernichtendes Urteil" über seine Bilanz. Laumann konterte, die heutigen Engpässe seien das Ergebnis jahrzehntelanger Untätigkeit unter früheren SPD-geführten Regierungen.
Die Hausarztknappheit in Westfalen-Lippe bleibt dramatisch – und eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Zwar könnte die Landarztquote langfristig für Entlastung sorgen, doch ihre Wirkung wird sich erst in Jahren zeigen. Bis dahin müssen die Bewohner der Region mit der schlechtesten Hausarztversorgung ganz Deutschlands leben.






