Willich streicht Geschwisterrabatte bei Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen neue Pläne
Swantje WeinhageWillich streicht Geschwisterrabatte bei Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen neue Pläne
Willich steht wegen Kita-Gebühren in neuer Kritik – Geschwisterrabatte sollen gestrichen werden
In Willich eskaliert der Streit um die Kinderbetreuungskosten, nachdem die Stadt plant, die bisherigen Geschwisterermäßigungen abzuschaffen. Die Verwaltung will durch neue Gebühren zusätzliche Einnahmen generieren, doch Eltern und Wohlfahrtsverbände lehnen die Pläne vehement ab. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund langjähriger Klagen über Personalmangel und die jüngsten Schließungen von Betreuungseinrichtungen.
Angesichts der angespannten Haushaltslage sieht sich die Stadt gezwungen, die Finanzierung der Kinderbetreuung zu überprüfen. Um Kosten zu sparen und die Einnahmen zu steigern, schlägt die CDU vor, Eltern künftig für jedes Kind – unabhängig davon, ob es sich um Geschwister handelt – Gebühren für Kitas, Hortbetreuung und Tagespflege zu berechnen. Während benachbarte Kommunen wie Nettetal und Kempen bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr erheben, hat Willich solche Maßnahmen bisher abgelehnt.
Eltern berichten seit Langem von Personalengpässen in den örtlichen Kindertageseinrichtungen. Die Verärgerung wuchs weiter, nachdem Einrichtungen wie der Alperhof geschlossen wurden. Nun wendet sich eine neue Petition gegen die geplanten Gebührenerhöhungen und die Streichung der Geschwisterermäßigungen.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat eine Überprüfung der Elternbeitragsregelungen beschlossen. Falls die Änderungen durchgesetzt werden, sollen die Gebühren um maximal drei Prozent steigen und durch die Kürzung der Geschwisterbefreiungen zusätzliche 500.000 Euro eingespielt werden. Weitere 100.000 Euro sollen durch die Deckelung der Anpassungen bei drei Prozent hinzukommen. Doch der Jugend- und Erziehungsbeirat der Elternvertretung (JAEB) spricht sich sowohl gegen die Geschwistergebühren als auch gegen die geplanten Erhöhungen aus.
Trotz jahrelanger Diskussionen gab es bisher keine Verbesserungen im Willicher Betreuungssystem. Die jüngsten Vorschläge vertiefen nun die Gräben zwischen Verwaltung und Familien.
Die Pläne der Stadt könnten zwar 600.000 Euro einbringen, bergen aber das Risiko, Eltern weiter zu verärgern, die ohnehin schon mit Personalproblemen kämpfen. Die Petition und der Widerstand des JAEB deuten darauf hin, dass der Streit noch lange nicht beigelegt ist. Nun müssen die Verantwortlichen entscheiden, ob sie die Änderungen durchsetzen – oder nach alternativen Lösungen suchen.






