06 February 2026, 22:50

Wuppertals maroder Polizeikomplex: Sanierung für 325 Millionen Euro beschlossen

Eine belebte Stadtstraße mit starkem Verkehr, hohen Gebäuden, Fahrzeugen, Bäumen, Pfählen und Tafeln mit Text und Bildern, mit einem Wasserzeichen unten.

Wuppertals maroder Polizeikomplex: Sanierung für 325 Millionen Euro beschlossen

Ein erbitterter Streit um Mieten und Sanierungen in einem Polizeikomplex in Wuppertal hat endlich eine Lösung gefunden. Das seit langem vernachlässigte Gelände an der Müngstener Straße, das mit Asbestbelastung, Abwasserlecks und Legionärskrankheit zu kämpfen hatte, wurde zum Zentrum eines Konflikts zwischen dem Innenministerium und der Landesliebenschaftsverwaltung. Nach monatelangen Verhandlungen – und öffentlichem Protest – haben sich beide Seiten nun auf einen Kompromiss geeinigt.

Der Polizeikomplex leidet seit Jahren unter schwerem Verfall. Beamte berichteten von defekten Duschen, ausgefallenen Heizungsanlagen und sogar Ausbrüchen der Legionärskrankheit. Die Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement (BLB), der Eigentümer des Geländes, forderte zunächst eine Mieterhöhung – was im Innenministerium auf scharfe Kritik stieß. Ein hoher Beamter reichte eine offizielle Beschwerde gegen Innenminister Herbert Reul ein und warf ihm Vertrauensbruch vor.

Ursprünglich sollten die Sanierungskosten des Komplexes 650 Millionen Euro betragen. Doch nach medialer Aufmerksamkeit und wachsender Kritik wurden die geschätzten Ausgaben auf 325 Millionen Euro fast halbiert. Zudem willigte die BLB in eine Mietsenkung um 36 Prozent ein, rückwirkend zum 1. Januar.

Innenminister Reul und Finanzminister Markus Opdendrenk einigten sich schließlich auf einen Kompromiss: Die Polizei akzeptierte höhere Mietzahlungen im Gegenzug für das reduzierte Sanierungsbudget, und eine Absichtserklärung wurde unterzeichnet. Unterdessen prüfte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die Vorwürfe gegen Reul, fand jedoch keine Hinweise auf Fehlverhalten.

Trotz der Einigung gab es Kritik am Verfahren. Der Bund der Steuerzahler und Oppositionsparteien bemängelten die fehlende Transparenz bei den Verhandlungen.

Die Vereinbarung beendet eine langwierige Pattsituation um den maroden Polizeikomplex. Die Sanierung wird nun zu halbierten Kosten vorangetrieben, während die Beamten von einer gesenkten Miete profitieren. Der Streit wirft jedoch Fragen auf, wie solche Entscheidungen zustande kommen – und ob ähnliche Konflikte in Zukunft vermieden werden können.