ZVEI fordert digitale Revolution für ein flexibleres Stromnetz bis 2027

Eva-Maria Trüb
Eva-Maria Trüb
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Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum mit elektronischen Geräten in den Racks und Leuchten oben.Eva-Maria Trüb

ZVEI fordert digitale Revolution für ein flexibleres Stromnetz bis 2027

Auf dem Climate Solution Forum während der E-world energy & water in Essen skizzierte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) zentrale Schritte, um die Flexibilität und Transparenz des Stromnetzes zu verbessern. Zwei zentrale Prioritäten standen im Fokus: die Beschleunigung der Netzsteuerungssysteme und die Einführung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0).

Der ZVEI betonte, dass eine zügige Umsetzung moderner Steuerungssysteme in den Verteilnetzen entscheidend für ein effizienteres Stromnetz sei. Zwar hätten deutsche Energieversorger seit 2023 bereits die Mittelspannungsnetze aufgerüstet, doch blieben Herausforderungen bestehen – darunter hohe Modernisierungskosten, ein Mangel an Fachkräften, Verzögerungen bei der IT-Sicherheitszertifizierung sowie Koordinationsprobleme zwischen den Netzbetreibern.

Der Verband forderte zudem strengere technische Standards, eine bessere Vernetzung der Komponenten und den Übergang von Pilotprojekten zu einer flächendeckenden Einführung. Ohne breite Anwendung, klare Schnittstellen und verlässliche Regularien würden isolierte Testläufe keine spürbaren Fortschritte bringen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Digitalen Produktpass 4.0 (DPP4.0), der als vertrauenswürdiges, durchgängiges Datenrahmenwerk den gesamten Lebenszyklus eines Produkts abbilden soll. Sein Erfolg hänge von der breiten Mitwirkung von Herstellern und Nutzern, einem unabhängigen Datenökosystem sowie der nahtlosen Einbindung in einen datensouveränen Digitalraum ab. Der ZVEI warnte, dass die praktische Umsetzung darüber entscheiden werde, ob der DPP4.0 tatsächlich mehr Netstransparenz und -qualität schafft.

Die Einführung der Netzsteuerungssysteme soll ab 2026 an Fahrt aufnehmen, mit einem geplanten Abschluss bis 2027. Der Verband unterstrich, dass zwar die technologischen Grundlagen vorhanden seien, doch Tempo, Standardisierung und konsequente Umsetzung entscheidend für ein widerstandsfähiges und flexibles Energiesystem seien.

Die kommenden Jahre werden entscheidend für die Modernisierung des deutschen Stromnetzes sein. Schnellere Steuerungssysteme, robustere Standards und eine erfolgreiche Einführung des DPP4.0 sind unerlässlich, um Effizienz- und Transparenzziele zu erreichen. Ohne diese Maßnahmen droht das Netz den künftigen Energieanforderungen nicht gerecht zu werden.

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