16 March 2026, 12:28

Zwei Legenden der deutschen Kultur sind gestorben – ein Abschied von Wagner und Hilsberg

Ein Schwarz-Weiß-Bild eines Mannes auf der Titelseite einer deutschen Zeitung, der direkt in die Kamera schaut.

Zwei Legenden der deutschen Kultur sind gestorben – ein Abschied von Wagner und Hilsberg

Zwei prägende Persönlichkeiten der deutschen Medien- und Kulturszene sind kürzlich verstorben. Franz Josef Wagner, der langjährige Bild-Kolumnist, der durch seine scharfe und oft kontroverse Feder bekannt wurde, starb am 7. Oktober im Alter von 82 Jahren. Nur wenige Wochen zuvor verstarb Alfred Hilsberg, eine Schlüsselfigur der Hamburger Underground-Szene, mit 77 Jahren.

Beide Männer hinterließen in ihren jeweiligen Bereichen unverkennbare Spuren – Wagner als polarisierende Stimme des Mainstream-Journalismus, Hilsberg als unkonventionelle Kultfigur.

Franz Josef Wagner begann seine Karriere 1966 bei Axel Springer, wo seine Kolumne über Jahrzehnte zu einer festen Größe wurde. Seine Post von Wagner, die er von 2001 bis zu seinem letzten Beitrag am 7. September 2022 in kurzen, briefartigen Texten verfasste, machte ihn bundesweit bekannt. Daneben arbeitete er als Ghostwriter für Prominente wie Franz Beckenbauer, Udo Jürgens und Boris Becker. Obwohl er oft als rechtskonservativ und reaktionär galt, reiht sich sein Einfluss neben Persönlichkeiten wie James Last und Fips Asmussen ein.

Wagners Rolle bei Springer wurde als eine Art modus vivendi beschrieben – eine Arbeitsweise, die sowohl zu ihm als auch zum Verlag passte. Seine Kolumnen, so umstritten sie auch waren, blieben ein fester Bestandteil der deutschen Boulevardkultur.

Alfred Hilsberg hingegen prägte ein ganz anderes Erbe. Als selbsternannter Impresario des Hamburger Undergrounds lehnte er gängige Gegenkultur-Klischees wie Bier und Haschisch ab. Stattdessen bezeichnete er ausgerechnet die Bild – jenes Blatt, für das Wagner schrieb – als sein "bewusstseinserweiterndes Rauschmittel". Sein respektloser Umgang mit Konventionen und seine Weigerung, sich anzupassen, machten ihn zu einer Kultfigur der alternativen Szene der Stadt.

Wagners Tod markiert das Ende einer Ära für die Bild und den deutschen Boulevardjournalismus. Seine über zwei Jahrzehnte erscheinenden Kolumnen prägten die öffentliche Debatte – auf ihre ganz eigene, oft streitbare Weise. Auch Hilsbergs Ableben schließt ein Kapitel der Hamburger Underground-Szene, in der seine exzentrischen Ideen und provokanten Haltungen bleibende Spuren hinterließen. Beide Männer haben, jeder auf seine Art, Teile der deutschen Kulturlandschaft mitgeprägt.

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