Apotheker fordert radikale Entlastung: "Bürokratie frisst unsere Zeit"
Swantje WeinhageApotheker fordert radikale Entlastung: "Bürokratie frisst unsere Zeit"
David Kudlek, Inhaber der Klingelholl-Apotheke in Wuppertal, fordert grundlegende Reformen, um die Arbeitsbelastung in deutschen Apotheken zu verringern. Seine Vorschläge zielen auf überflüssige Kontrollen und bürokratische Hürden ab, die seiner Meinung nach Zeit und Ressourcen verschwenden. Über 16.000 Apotheken im Land könnten profitieren, wenn diese Vorschriften abgeschafft würden.
Kudlek kritisiert insbesondere die verpflichtenden Identitätsprüfungen für Rezepturgrundstoffe, die seiner Ansicht nach kaum einen Nutzen bringen. Die meisten Rohstoffe würden bereits vorzertifiziert geliefert, dennoch müssten Apotheken sie erneut überprüfen. Er schlägt vor, Inhaltsstoffe mit einem Analysezertifikat ohne weitere Tests anzunehmen – das würde doppelte Arbeit ersparen.
Zudem plädiert er dafür, die Dokumentationspflichten für Tierarzneimittel abzuschaffen. Diese Aufgaben mögen einzeln betrachtet geringfügig erscheinen, summieren sich jedoch und belasten das Apothekenpersonal zusätzlich. Kudlek verweist darauf, dass Versandapotheken keine Temperaturnachweise führen müssen, stationäre Apotheken jedoch schon – eine Regelung, die er als ungerecht und unnötig bezeichnet.
Durch den Wegfall dieser Kontrollen, so Kudleks Schätzung, ließen sich unzählige Arbeitsstunden einsparen. Sein Ziel ist es, mehr Zeit für wichtigere Aufgaben zu schaffen und so den Druck auf die ohnehin schon stark beanspruchte Belegschaft zu verringern.
Sollten seine Vorschläge umgesetzt werden, würde sich der Umgang mit Rezepturen und der Dokumentation in Apotheken grundlegend ändern. Die Maßnahmen könnten Abläufe verschlanken und den Arbeitsalltag der Mitarbeiter entlasten. Nun liegt es an den Behörden, ob sie Kudleks Reformideen aufgreifen werden.






