27 March 2026, 18:20

Bergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit und Jobverlusten durch Deindustrialisierung

Schwarzumrandetes Plakat mit fetter schwarzer Schrift "Trickle-Down Economics Doesn't Work" auf weißem Hintergrund, begleitet von einem Zitat des Präsidenten.

Bergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit und Jobverlusten durch Deindustrialisierung

Bergisch Gladbach steckt in einer sich verschärfenden Finanzkrise: Der Haushalt 2026 weist ein Defizit von fast 50 Millionen Euro auf. Die Steuersätze der Stadt liegen bereits über dem regionalen Durchschnitt, doch nun sind weitere Belastungen für die Bürger geplant. Gleichzeitig kämpft die lokale Wirtschaft mit Jobabbau und Betriebsschließungen, die zu Beginn des Jahres 2026 weiter zunehmen.

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Die wirtschaftliche Abwärtsspirale in Bergisch Gladbach hat sich in den letzten Monaten zugespitzt. Bereits zu Jahresbeginn 2025 bereiteten 38 Prozent der Industrieunternehmen im Kreis Entlassungen vor. Die Lage verschärfte sich, als das Unternehmen Isover die Produktion einstellte – mit Verweis auf das Gebäudeenergiegesetz. Dadurch gingen weitere 160 Arbeitsplätze verloren. Bundesweite Zahlen zu Jobverlusten in der Bau- und Baustoffbranche seit Inkrafttreten des Gesetzes gibt es zwar nicht, doch Branchenverbände warnen seit Langem vor den Folgen.

Besonders hart traf es die Papierfabrik Zanders, ein Traditionsunternehmen mit fast 200-jähriger Geschichte. Weil die Fabrik eine Forderung über 7 Millionen Euro für CO₂-Zertifikate nicht begleichen konnte, musste sie schließen – 380 Arbeitsplätze fielen weg. Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der örtlichen Industrie- und Handelskammer, warnte im Februar 2026 vor einer rasant voranschreitenden Deindustrialisierung.

Die finanzielle Perspektive der Stadt bleibt düster. Der Kämmerer räumte ein, dass Bergisch Gladbach kaum Chancen hat, über das Jahr 2027 hinaus zahlungsfähig zu bleiben. Als Reaktion hat die AfD zehn Sparmaßnahmen vorgeschlagen, um den Haushalt ohne Steuererhöhungen auszugleichen. Die Partei machte jedoch deutlich, dass sie den aktuellen Haushaltsentwurf für 2026 nicht mittragen wird.

Der Haushalt 2026 sieht höhere Steuern vor, bietet aber keine klare Lösung für das Defizit. Angesichts des beschleunigten industriellen Niedergangs und der angespannten Finanzlage muss die Stadt nun entscheiden, wie sie sowohl die akuten Haushaltslücken als auch die langfristige wirtschaftliche Stabilität sichern will. Die alternativen Vorschläge der AfD werden im Stadtrat zur Debatte stehen.

Quelle