17 March 2026, 18:24

Berliner Buchstabenmuseum schließt nach Jahren des Kampfes seine Pforten

Eine Vintage-Postkarte mit mehreren Bildern von Berlin, darunter Architektur, Vegetation und eine Statue, mit sichtbarer handgeschriebener Text.

Berliner Buchstabenmuseum schließt nach Jahren des Kampfes seine Pforten

Ein geliebtes Stück Berliner Neon-Geschichte wird bald erlöschen. Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonbuchstaben und -schilder ausgestellt sind, schließt am Montag nach Jahren finanzieller Kämpfe seine Türen. Zu seinen bekanntesten Exponaten zählt das Dekorative Fisch-Schild, das jahrzehntelang eine märchenhaft anmutende Hochhausfassade am Frankfurter Tor erleuchtete, bevor es in die Sammlung aufgenommen wurde.

Die Probleme des Museums begannen lange vor der endgültigen Entscheidung. Die Besucherzahlen halbierten sich nach der COVID-19-Pandemie, während Energie- und Betriebskosten stetig stiegen. Trotz der Bemühungen der Gründerin und Direktorin Barbara Dechant sowie eines 120 Mitglieder zählenden Vereins blieb die finanzielle Unterstützung zu knapp, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Sammlung umfasst weit mehr als nur leuchtende Reklame. Sie beinhaltet Schilder von Läden, Bahnhöfen und Institutionen, größtenteils aus Berlin, aber auch aus ganz Deutschland und den Nachbarländern. Einige Stücke stammen noch aus der DDR-Zeit und bieten einen Einblick in das Design Ostdeutschlands. Das Dekorative Fisch-Schild, in den frühen 1980er-Jahren entstanden, wurde 1999 nachgebaut, bevor das Original demontiert und archiviert wurde.

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Ohne konkrete Pläne für einen neuen Standort bleibt das Museum vorerst in seinen aktuellen Räumlichkeiten – zumindest bis Ende des Jahres. Nach dem letzten Öffnungswochenende wird das Team nach Lagerflächen suchen und eine neue Institution finden müssen, die bereit ist, die Sammlung zu übernehmen.

Die Schließung markiert das Ende einer Ära für ein Museum, das ein einzigartiges Stück Berliner Vergangenheit bewahrt hat. Die Neonbuchstaben und -schilder, darunter auch Exponate aus der DDR-Zeit, brauchen nun ein neues Zuhause. Ohne weitere Unterstützung bleibt ihre Zukunft – und damit das kulturelle Erbe, das sie repräsentieren – ungewiss.

Quelle