Brechts Dreigroschenoper glänzt in Mainz mit moderner Satire und Musikgenuss
Swantje WeinhageBrechts Dreigroschenoper glänzt in Mainz mit moderner Satire und Musikgenuss
Das Staatstheater Mainz bringt Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper mit frischem, spielerischem Charme auf die Bühne
Am 27. September erstrahlte die Fassade des Theaters im Rahmen der Mainzer Lichter mit Zitaten aus dem berühmten Werk. Die neue Inszenierung unter der Regie von Jan Neumann verbindet beißende Satire mit Brechts scharfer Kapitalismuskritik – und nimmt dabei auch sich selbst auf die Schippe.
Seit ihrer Uraufführung 1928 zählt Die Dreigroschenoper zu den bedeutendsten Theaterstücken des 20. Jahrhunderts. Lieder wie Die Moritat von Mackie Messer wurden zu weltweiten Evergreens und von unzähligen Künstlern interpretiert. Die Handlung folgt dem schlauen Ganoven Mackie Messer (gespielt von Henner Momann), der Polly Peachum (Maren Schwier) heiratet, die Tochter des einflussreichen Bettlerkönigs Jonathan Peachum (Holger Kraft).
Jan Neumanns Produktion am Staatstheater Mainz bleibt Brechts ursprünglichen Themen treu, verleiht dem Stück aber eine moderne, selbstreflexive Note. Ein Höhepunkt ist Anika Baumanns Sopran-Darbietung der Mackie-Messer-Morat, die beim Publikum starke Reaktionen hervorruft. Mit einer leichtfüßigen Herangehensweise hält das Ensemble die Vorstellung lebendig – ohne dabei die gesellschaftskritischen Spitzen zu verlieren.
Vier weitere Aufführungen sind 2025 geplant: am 2. Oktober, 12. Oktober, 2. November und 9. November. Die Tickets kosten zwischen 17,50 und 45,50 Euro, inklusive eines Getränkeguthabens. Für 2026 sind keine weiteren Vorstellungen vorgesehen.
Die Dreigroschenoper am Staatstheater Mainz bietet Unterhaltung und Denkanstöße zugleich. Mit einer Mischung aus Humor, Musik und politischen Untertönen spricht die Inszenierung sowohl langjährige Fans als auch Neulinge an. Wer die Produktion erleben möchte, hat noch vier Gelegenheiten, bevor die Spielzeit endet.






