Deutsches Zinnmuseum erforscht vergessene Schätze der Krefelder Zinngießerei J. P. Kayser
Swantje WeinhageDeutsches Zinnmuseum erforscht vergessene Schätze der Krefelder Zinngießerei J. P. Kayser
Das Deutsche Zinnmuseum (DMM) startet neue Forschung zum Erbe von J. P. Kayser – einer historischen Krefelder Zinngießerei
Seit dem 1. August 2025 leitet die Historikerin Marilena Calcara ein Projekt, das die Rolle der Marke in der Messingproduktion aufarbeiten soll. Das Museum ruft nun die Öffentlichkeit auf, Hinweise zu noch vorhandenen Objekten von Kayser zu teilen.
1851 gegründet und 1861 offiziell eingetragen, entwickelte sich J. P. Kayser zu einem der prägenden Namen des deutschen Metallhandwerks. Engelbert Kayser, der kreative Kopf hinter der Marke, prägte ihren Ruf für herausragende Qualität. Zu den frühesten bekannten Stücken zählen zwei Weinkühler, die das frühe handwerkliche Können des Unternehmens belegen.
Ein besonderes Highlight der DMM-Sammlung ist eine monumentale Vase, die nach 1908 entstand. In Krefeld gegossen und montiert, zieren sie filigrane Zinnrosen-Applikationen, und sie trägt die typische Gießereimarkierung. Solche Stücke spiegeln nicht nur das Können der Manufaktur wider, sondern auch die künstlerischen Strömungen der Zeit.
In den 1960er-, 70er- und 80er-Jahren erlebte Zinnware im Jugendstil einen regelrechten Boom und avancierte fast zum Statussymbol. Heute ist Kayserzinn bei Sammlern und Museen weltweit hochbegehrt. Auch die eigenen Bestände des DMM umfassen mehrere Messingobjekte mit dem Kayser-Stempel – ein Beleg für den anhaltenden Einfluss der Marke.
Im Mittelpunkt der Forschung steht die Aufarbeitung von Kaysers Bedeutung für die Messingherstellung und das Design. Durch öffentliche Mitwirkungen möchte Calcara ein präziseres Bild der Gießereigeschichte rekonstruieren. Die Ergebnisse könnten Kayserzinn weiter als prägendes Kapitel der deutschen Kunsthandwerksgeschichte etablieren.






