14 January 2026, 14:37

Eischaos in NRW: Warum die Schulschließungen Eltern und Lehrer kalt erwischten

Eine große Gruppe von Menschen geht mit Schirmen die Straße entlang, einige tragen Taschen und halten Schilder mit Text, während sie an einer Klimademonstration in Deutschland teilnehmen, mit einem Laternenmast im Vordergrund und Gebäuden mit Fenstern auf beiden Seiten.

Eischaos in NRW: Warum die Schulschließungen Eltern und Lehrer kalt erwischten

Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen blieben am Montag geschlossen, nachdem eisige Bedingungen die Region erfasst hatten. Die plötzliche Umstellung auf Distanzunterricht löste eine Debatte unter Politikern, Lehrkräften und Eltern über den Zeitpunkt und die Handhabung der Entscheidung aus.

Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) hatte die Schließungen erst am späten Sonntagabend bekannt gegeben und verwies dabei auf extreme Wetterwarnungen als Begründung. Sie betonte, die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler stehe an erster Stelle – eine Haltung, die später von der SPD unterstützt wurde. Die Partei lobte zwar Fellers schnelles Handeln, hinterfragte jedoch, ob eine frühere Entscheidung die Chaosphase hätte abmildern können.

Die kurzfristige Ankündigung stieß beim Landeselternverband der Grundschulen auf scharfe Kritik. Die Elternvertreter argumentierten, Familien hätten mehr Vorlaufzeit für die Organisation von Kinderbetreuung und Homeschooling gebraucht. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wies auf anhaltende Probleme hin: Nicht alle Schülerinnen und Schüler verfügten über zuverlässige Endgeräte oder stabiles Internet für den Online-Unterricht. Widerspruch kam zudem von der FDP: Der Landesvorsitzende Henning Höne bezeichnete die Schließungen als überzogen und schlug vor, alternative Lösungen wie späteren Unterrichtsbeginn oder gestaffelte Präsenzzeiten hätten ausgereicht. Seine Partei forderte stattdessen ein flexibleres Vorgehen statt eines kompletten Stillstands.

Die überstürzten Schulschließungen brachten viele in letzter Minute in Bedrängnis und offenbarten gleichzeitig Lücken in der Kommunikation sowie bei der digitalen Ausstattung. Da wetterbedingte Unterbrechungen künftig wieder auftreten dürften, bleibt die Diskussion darüber, wie sich Sicherheit und Praktikabilität in solchen Fällen besser in Einklang bringen lassen, vorerst ungelöst.