Essen wechselt zu Zweijahreshaushalt für mehr Stabilität und Entschuldung
Ladislaus DowergEssen wechselt zu Zweijahreshaushalt für mehr Stabilität und Entschuldung
Essen bereitet sich auf die Aufstellung eines Zweijahreshaushalts für 2027/2028 vor und vollzieht damit den Wechsel von der bisherigen jährlichen Finanzplanung. Der Entwurf wird am 16. September 2026 vorgestellt, die endgültige Verabschiedung ist für den 18. November vorgesehen. Diese Umstellung erfolgt im Rahmen der Teilnahme Essens am Entschuldungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, das die langjährige finanzielle Belastung der Stadt verringern soll.
Das neue Haushaltsformat zielt darauf ab, mehr Stabilität zu schaffen und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Durch die Planung über zwei statt nur ein Jahr erhält Essen eine klarere Perspektive für große Investitionen, insbesondere für kreditfinanzierte Vorhaben. Zudem entfallen doppelte Genehmigungsverfahren, was sowohl die Stadtverwaltung als auch die politischen Gremien entlastet.
Die Transparenz soll durch das neue System steigen, da strengere Berichtsregeln gelten. Jede Ausgabe über 5.000 Euro muss künftig im Voraus über das Visumverfahren der Kämmerei genehmigt werden. Die Stadt hat zudem zugesagt, die Haushaltsdisziplin zu verschärfen: Sämtliche freiwillige Ausgaben werden überprüft, und nicht dringende Verwaltungsausgaben werden aufgeschoben.
Ein zentraler Baustein dieser Reformen ist Essens Beteiligung am Landesentschuldungsprogramm. Im Rahmen des Altlasten-Entschuldungsgesetzes übernimmt Nordrhein-Westfalen rund 610,7 Millionen Euro der liquiden Kredite der Stadt. Allein für das Jahr 2026 erwartet Essen dadurch Einsparungen bei den Zinszahlungen in Höhe von etwa 11,7 Millionen Euro.
Der Zweijahreshaushalt wird Mitte September offiziell eingeführt, die Abstimmung ist für November geplant. Bei Annahme soll er Essen eine verlässlichere Finanzplanung ermöglichen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand verringern. Durch die Entschuldungsmaßnahmen und strengere Ausgabenkontrollen will die Stadt ihre finanzielle Lage in den kommenden Jahren nachhaltig stärken.






