31 March 2026, 16:26

EU-Reform des Emissionshandels: Industrie atmet auf – doch reicht das für den Klimaschutz?

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" verkündet und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

EU-Reform des Emissionshandels: Industrie atmet auf – doch reicht das für den Klimaschutz?

EU-Kommission legt erste Reformvorschläge für den Emissionshandel vor

Diese Woche Mittwoch wird die Europäische Kommission ihre ersten Pläne zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (ETS) vorstellen. Die Änderungen folgen auf monatelange Debatten, in denen Wirtschaftsführer und Politiker eine ausgewogenere Herangehensweise an die Emissionsvorschriften gefordert hatten. Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat sich wiederholt kritisch zum bestehenden System geäußert und entweder dessen Abschaffung oder eine grundlegende Reform verlangt.

Gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese verfasste Kullmann kürzlich einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie für einen pragmatischen Kompromiss bei der ETS-Reform plädierten. Ihr zentrales Argument: Die Belastung für die Industrie müsse verringert werden, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren. Die Kommission scheint einige dieser Bedenken aufgegriffen zu haben.

Laut den neuen Plänen wird die EU die Referenzwerte für kostenlose Emissionszertifikate im Chemiesektor anpassen. Frühere Entwürfe hatten drastische Kürzungen vorgesehen, doch der überarbeitete Ansatz sieht nun industriefreundlichere Bedingungen vor. Die Maßnahmen sollen bis zum Frühjahr 2026 in Kraft treten; eine umfassende Überprüfung des Systems ist für Juli 2026 geplant.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Eine weitere zentrale Neuerung betrifft die Marktstabilitätsreserve (MSR), ein Instrument zur Steuerung des Angebots an Emissionszertifikaten. Die Kommission wird die bisherige Streichung von Zertifikaten innerhalb der MSR dauerhaft abschaffen – ein Schritt, der den Druck auf Unternehmen im ETS-Rahmen verringern dürfte.

Ziel der Reformen ist es, einen Ausgleich zwischen Umweltzielen und industrieller Wettbewerbsfähigkeit zu finden. Besonders die chemische Industrie profitiert von den angepassten Referenzwerten für kostenlose Zertifikate. Die endgültigen Details werden bekannt gegeben, sobald die Kommission ihre Vorschläge diese Woche offiziell veröffentlicht.

Quelle