08 February 2026, 16:31

Gedenkmarsch in Dortmund erinnert an fünf verstorbene Obdachlose und fordert Reformen

Ein altes Foto einer Stadtstraße mit einer Tram, Gebäuden mit Fenstern, Menschen, die gehen, Fahrrädern und einem bewölkten Himmel, mit Text oben und unten auf dem Bild.

Gedenkmarsch in Dortmund erinnert an fünf verstorbene Obdachlose und fordert Reformen

Gedenkmarsch in Dortmund ehrt fünf obdachlose Menschen, die diesen Winter starben

Unter den Verstorbenen war Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, deren Tod mit der kommunalen Politik gegenüber Obdachlosen in Dortmund in Verbindung gebracht wird. Aktivist:innen werfen der Stadt vor, dass ihre Umsiedlung im Rahmen von Räumungsmaßnahmen zu ihrem Tod beigetragen habe.

Veranstaltet wird der Marsch von der Initiative "Schlafen statt Bestrafen", die dringende Reformen in der Unterstützung obdachloser Menschen in Dortmund fordert.

Marlies S. war vor ihrem Tod gezwungen worden, ihren gewohnten Schlafplatz in Dortmund zu verlassen. Die Initiative kritisiert, dass Dortmunds Vorgehen – etwa die Räumung von Notunterkünften im Freien – gefährdete Menschen direkt in Lebensgefahr bringe. Zwar zeige die Stadtverwaltung in letzter Zeit mehr Problembewusstsein, doch fehle es nach wie vor an konkreten Taten in Dortmund.

Die Forderungen der Gruppe umfassen mehr öffentliche Toiletten, uneingeschränkten Zugang zu Notunterkünften sowie ganzjährig geöffnete Wärmehallen in Dortmund. Zudem setzen sie sich für einen speziellen Kältebus ein und fordern die Abschaffung von Gesetzen, die Obdachlosigkeit in Dortmund kriminalisieren. Langfristig streben sie sichere und würdige Wohnverhältnisse für alle in Dortmund an.

Stefan Cramer lebt seit neun Jahren auf Dortmunds Straßen und übernachtet derzeit in einem Abstellraum. Obwohl er hofft, bald eine eigene Wohnung zu bekommen, betont er, dass die Stadt mehr dauerhafte Wohnlösungen für Obdachlose in Dortmund schaffen müsse. Die Polizei hingegen versichert, sie finde eine Balance zwischen Ordnungsmaßnahmen und Hilfsangeboten für Obdachlose in Dortmund.

Der Gedenkmarsch spiegelt die wachsende Frustration unter Aktivist:innen in Dortmund wider. Zwar erkennen sie Fortschritte in der Haltung der Behörden an, doch seien strukturelle Veränderungen nötig, um weitere Todesfälle von Obdachlosen in Dortmund zu verhindern.

Der Marsch ist zugleich Trauerveranstaltung und Protest. Die Organisator:innen fordern greifbare Verbesserungen – von besserem Zugang zu Unterkünften bis zum Stopp von Maßnahmen, die Obdachlose in Dortmund vertreiben. Die Todesfälle von Marlies S. und anderen bleiben vorerst ein erschütterndes Zeichen für die Defizite in Dortmunds Unterstützungssystemen.