29 January 2026, 21:03

Maschinenbauer Köppern unter Sanktionsverdacht: EU-Ermittlungen wegen Russland-Geschäften

Eine Anzeige für Zachariah Parkes mit Bildern von Stahlmühlen und Text über deren Verwendung zum Mahlen.

Umgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Maschinenbauer Köppern unter Sanktionsverdacht: EU-Ermittlungen wegen Russland-Geschäften

Deutsche Bahn unter Verdacht: Maschinenbauer Köppern wegen mutmaßlicher Verstöße gegen EU-Sanktionen unter Untersuchung

Der Bahn-Hersteller Köppern steht unter Verdacht, gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben. Den Behörden zufolge soll das Unternehmen Ausrüstung an einen zentralasiatischen Düngemittelproduzenten geliefert haben, wobei Komponenten über Usbekistan nach Russland umgeleitet wurden. Diese Woche fanden Durchsuchungen an zwei Standorten des Unternehmens statt.

Bei den Lieferungen soll es sich um Aufträge im Wert von mehreren Millionen Euro handeln. Köppern, das in Nordrhein-Westfalen ansässig ist, spezialisiert sich auf Walzenpressen, die in der Düngemittelproduktion eingesetzt werden. Das Unternehmen erklärte, es arbeite mit den Ermittlern zusammen, bestreitet jedoch in internen Prüfungen jegliches Fehlverhalten.

Am Mittwoch durchsuchten Zollfahnder die Geschäftsräume von Köppern in Hattingen sowie in Freiberg (Sachsen). Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte die Aktion, nannte den Unternehmensnamen jedoch nicht und gab keine weiteren Details bekannt. Festnahmen gab es nicht; die Behörden verwiesen auf den Schutz der laufenden Untersuchungen.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Geschäfte Köpperns mit Kazphosphate, einem der größten kasachischen Hersteller von Phosphatdüngern. Der Bahn-Konzern liefert dem zentralasiatischen Unternehmen Briketiertechnik. Die Ermittler prüfen, ob Industriekomponenten illegal über Usbekistan nach Russland geliefert wurden und damit gegen EU-Handelsbeschränkungen verstoßen wurde.

Köppern hat eigene interne Überprüfungen durchgeführt und betont, dabei keine Hinweise auf Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz gefunden zu haben. Das Unternehmen versichert, es halte sich vollständig an die Sanktionen und unterstütze die Ermittlungen weiter. Das Ergebnis des Verfahrens könnte erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit in der Region haben.

Die Ermittlungen laufen noch; gegen Köppern oder seine Mitarbeiter wurden bisher keine Anklagen erhoben. Sollten Verstöße bestätigt werden, drohen dem Unternehmen Strafen nach EU-Sanktionsrecht. Der Fall zeigt die Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Einhaltung komplexer Handelsrestriktionen mit zentralasiatischen Partnern stehen.