Mega-Prozess um illegale Filmverbreitung: 30.000 Werke und Millionenumsätze
Ehrentraud ZirmeIllegal Distribution of Movies and Series: Two Years' Probation in Aachen - Mega-Prozess um illegale Filmverbreitung: 30.000 Werke und Millionenumsätze
Ein 59-jähriger Betreiber eines Datei-Hosting-Dienstes steht wegen der unverlaubten Verbreitung von über 30.000 geschützten Filmen und Fernsehserien vor Gericht. Der Fall umfasst einen Zeitraum von fünf Jahren zwischen 2014 und 2019, in dem die Plattform laut Anklage Millionenumsätze erzielte. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben ihre Plädoyers vorgetragen, doch ein endgültiges Urteil steht noch aus.
Der Angeklagte betrieb den Dienst von 2008 bis zu dessen Abschaltung im Jahr 2019. Auf dem Höhepunkt seiner Nutzung konnte die Plattform bis zu 20 Millionen Gigabyte an Daten speichern und ermöglichte Nutzern so das Hochladen und Teilen urheberrechtlich geschützter Inhalte. In dieser Zeit wurden über 30.000 geschützte Werke ohne Genehmigung zugänglich gemacht.
Zwischen 2008 und 2019 erzielte der Betreiber mit dem Dienst einen Umsatz von mehr als 64 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft forderte eine zweijährige Bewährungsstrafe und argumentierte, dass das Ausmaß der Straftat eine harte Strafe rechtfertige. Die Verteidigung hingegen beantragte eine mildere Strafe von einem Jahr und elf Monaten mit der Begründung, dem Angeklagten habe kein volles kriminelles Vorsatz vorgelegen.
In Deutschland zeigen aktuelle Gerichtsverfahren zu ähnlichen Fällen in den letzten Jahren keine klare Tendenz. Die verfügbaren Daten von 2019 bis 2026 konzentrieren sich vor allem auf andere digitale Straftaten wie Kinderausbeutung und Aktivitäten im Darknet, weniger auf die unerlaubte Verbreitung von Filmen.
Das Gericht hat noch kein abschließendes Urteil gefällt. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Betreiber entweder eine Bewährungsstrafe oder eine reduzierte Haftstrafe – je nach Entscheidung des Richters. Das Ergebnis könnte auch prägend für die Behandlung künftiger Fälle von großangelegter Urheberrechtsverletzung in Deutschland sein.






