Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Eva-Maria TrübMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl in Deutschland. Seit Februar 2022 präsentiert sie beim Bayerischen Rundfunk (BR24) die Nachrichten und setzt damit neue Maßstäbe für Vielfalt im Medienbereich. Ihr Auftritt vor der Kamera hat eine breite Debatte über Repräsentation im Fernsehen ausgelöst.
Kottmann begann ihre Karriere 1997 beim Bayerischen Rundfunk, wo sie für die Rundschau arbeitete – den Vorgänger von BR24. Im Laufe der Jahre übernahm sie verschiedene Aufgaben, bevor sie sich trotz ihrer Multiplen Sklerose, die sie auf den Rollstuhl angewiesen macht, als Moderatorin vor der Kamera bewarb.
Anfangs hatte sie Bedenken, ob ihr Rollstuhl im Bild zu sehen sein sollte. Doch nach einer erfolgreichen Probezeit im Herbst 2023 erhielt sie von Kollegen und Zuschauern durchweg positives Feedback. Viele schrieben ihr, wie dankbar sie für ihre Sichtbarkeit seien und wie sehr sie sie inspiriere – denn ihr Auftritt helfe, Vorurteile abzubauen.
Seit dem 12. Februar 2022 moderiert Kottmann die Nachrichten um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr beim Sender. Mit ihrer Arbeit hat sie sich zu einer starken Fürsprecherin für mehr Medienvielfalt entwickelt. Mittlerweile sieht sie ihre Rolle als Chance, Menschen mit Behinderungen im Mainstream-Fernsehen zu repräsentieren.
Kottmanns Ernennung markiert einen bedeutenden Wandel im deutschen Fernsehen. Als erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl prägt sie das Bild von Behinderung in den Medien neu. Durch ihre regelmäßigen Auftritte trägt sie dazu bei, die Inklusion in den Nachrichtensendungen weiter voranzutreiben.






