30 March 2026, 16:27

Netrebkos umkämpfte Rückkehr: Un ballo in maschera polarisiert an der Staatsoper Berlin

Schwarze und weiße Illustration von Menschen, die vor einem Gebäude mit Laternen und einer Tafel an der Wand tanzen, mit der Beschriftung 'Der Tanz der Oper' unten.

Netrebkos umkämpfte Rückkehr: Un ballo in maschera polarisiert an der Staatsoper Berlin

Berliner Staatsoper Unter den Linden präsentiert provokante Neuinszenierung von Un ballo in maschera

Am Samstag feierte die Berliner Staatsoper Unter den Linden eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere. Die Aufführung mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia löste sowohl Begeisterung als auch Proteste aus. Vor dem Opernhaus demonstrierten Aktivisten gegen ihre angeblichen politischen Verbindungen.

Die Vorstellung am 29. März war der Auftakt zu vier geplanten Terminen – weitere Aufführungen folgen am 1., 4. und 6. April. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, erhielt für ihre gesangliche Leistung begeisterten Applaus. Auch Orchester und Ensemble wurden vom Publikum enthusiastisch gefeiert.

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Draußen versammelten sich etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Kritiker hatten Netrebkos Nähe zu Präsident Wladimir Putin in der Vergangenheit wiederholt hinterfragt, obwohl sie sich in den letzten Jahren öffentlich von Russland distanziert hat. Laut Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, sei die Sängerin seitdem nicht mehr in das Land zurückgekehrt.

Regisseur Rafael R. Villalobos setzte Verdi mit einem modernen Ansatz in Szene und verband Elemente der queeren Ballroom-Kultur mit Anspielungen auf die AIDS-Krise in zentralen Szenen. Die Produktion ist Teil des Osterprogramms der Staatsoper, wobei Netrebkos Besetzung als Amelia der Inszenierung zusätzlichen Prominentenstatus verleiht.

Trotz der Proteste verlief die Premiere im Inneren des Theaters ohne Störungen, und Netrebkos Auftritt wurde warm gewürdigt. Drei weitere Vorstellungen stehen noch an, wobei weitere Demonstrationen nicht ausgeschlossen sind. Die Staatsoper hat sich bislang nicht weiter zu der Kontroverse geäußert.

Quelle