NRW blockiert Durchsetzung des neuen Ofenverbots – trotz bundesweiter Frist 2025
Eva-Maria TrübNRW blockiert Durchsetzung des neuen Ofenverbots – trotz bundesweiter Frist 2025
Deutschland hat die Vorschriften für Holzöfen verschärft, um die Luftverschmutzung zu reduzieren. Ab 2025 gelten bundesweit Verbote für Öfen, die die neuen Emissionsgrenzen überschreiten. Doch in Nordrhein-Westfalen (NRW) fehlt bislang die rechtliche Grundlage, um die neuen Regelungen durchzusetzen.
Die Bundesregierung hatte bereits 2010 begonnen, alte, umweltschädliche Öfen schrittweise abzuschaffen. Laut der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung sollten nicht konforme Modelle bis Ende 2024 verschwinden. Dennoch hat NRW bisher weder einen offiziellen Erlass noch eine verbindliche Anweisung zur Umsetzung erlassen.
Ab Januar 2026 werden Schornsteinfeger in NRW Öfen melden, die den neuen Standards nicht entsprechen. NRW-Umweltminister Oliver Krischer bestätigte diesen Plan, doch ohne landesweite Regelungen können die Schornsteinfeger nicht aktiv werden. Besitzer, die nach dem 31. Dezember 2024 verbotene Öfen nutzen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen.
Moderne Öfen stoßen deutlich weniger Feinstaub aus als ältere Modelle, tragen aber dennoch zur Innenraumverschmutzung bei. Thomas Mücher, Gründer von Luft Köln, veranschaulichte das Problem, indem er zeigte, dass ein alter Ofen bis zu 28 Gramm Feinstaub ausstoßen kann. Johannes Osing vom Städtetag NRW warnte zudem, dass die erhöhte Meldepflicht die Kommunen zusätzlich belasten werde.
Das Verbot für Öfen mit hohen Emissionen ist zwar in Kraft getreten, doch NRW ist nicht vorbereitet, um es umzusetzen. Ohne klare landesweite Vorgaben können Schornsteinfeger nicht handeln – die Durchsetzung bleibt damit in der Schwebe. Die Verzögerung birgt die Gefahr, dass umweltschädliche Öfen länger in Betrieb bleiben als vorgesehen.






