NRW fordert Reformen beim EU-Emissionshandel – Industrie soll entlastet werden
Ladislaus DowergSchwarz-Grün in NRW für Erleichterung beim Emissionshandel - NRW fordert Reformen beim EU-Emissionshandel – Industrie soll entlastet werden
Nordrhein-Westfalens Koalitionsregierung drängt auf Reformen des EU-Emissionshandels
Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen setzt sich für Änderungen der EU-Regeln zum Handel mit CO₂-Emissionsrechten ein. Der Vorstoß folgt auf die Unterzeichnung des "Chemie- und Raffineriepakts für NRW", der angeschlagene Industrien unterstützen soll, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren. Kritiker werfen der Landesführung jedoch vor, mit dem Abkommen eine politische Kehrtwende vollzogen zu haben.
Unterzeichnet wurde der Pakt von Industrieverbänden, der Gewerkschaft IGBCE und der Landesregierung. Er fordert dauerhafte Senkungen der Netzentgelte und Stromsteuern sowie die Einführung eines neuen Industrie-Stromtarifs. Ein zentrales Anliegen ist zudem die Reform des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS), um die CO₂-Preisgestaltung für Unternehmen anzupassen.
Das ETS funktioniert über eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen, wobei Unternehmen Zertifikate handeln können. Laut dem Pakt sollen betroffene Betriebe länger kostenlos mit solchen Zertifikaten ausgestattet werden. Mona Neubaur, Wirtschafts- und Energieministerin des Landes, wirbt nun aktiv für diesen Vorschlag, um die Belastung der Industrie zu verringern.
Die Opposition zeigt sich empört. Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP, bezeichnete den Pakt als Eingeständnis des Scheiterns der Koalition. Die SPD warf der Regierung hingegen einen kompletten Kurswechsel in der Emissionshandelspolitik vor.
Neben der CO₂-Bepreisung setzt sich das Abkommen auch für wettbewerbsfähige Energiepreise, beschleunigte Genehmigungsverfahren und einen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur ein. Befürworter argumentieren, dass diese Maßnahmen der Industrie helfen würden, konkurrenzfähig zu bleiben – ohne die Klimavorgaben zu verfehlen.
Der Pakt formuliert klare Forderungen nach Entlastung bei den Energiekosten, dem Ausbau der Wasserstoffwirtschaft und schlankeren Regularien. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Rahmenbedingungen für die Chemie- und Raffineriebranche in NRW im Rahmen der EU-Klimavorgaben grundlegend verändern. Nun steht die Frage im Raum, ob Brüssel den vorgeschlagenen Änderungen zustimmen wird.






