31 March 2026, 12:28

NRW-Kitas protestieren gegen umstrittene KiBiz-Reform und Personalmangel

Eine große Gruppe von Menschen marschiert bei einer Demonstration auf einer Stadtstraße in Washington, D.C., mit Schildern und Transparenten, während einige Fahrräder fahren, unter einem klaren blauen Himmel.

NRW-Kitas protestieren gegen umstrittene KiBiz-Reform und Personalmangel

Hunderte Kitas und Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) des Landes. Bei Kundgebungen in Städten wie Düsseldorf, Köln und Dortmund kommt die wachsende Verärgerung über Personalmangel, steigende Kosten und Änderungen der Öffnungszeiten zum Ausdruck.

Die Landesregierung betont, die Reform werde für mehr Stabilität und bessere Bildungschancen der Kinder sorgen. Kritiker hingegen werfen dem aktuellen Entwurf vor, weder die Inflationsbelastung noch den eklatanten Fachkräftemangel in den Kitas angemessen zu berücksichtigen.

Die Proteste begannen, nachdem die KiBiz-Reform im Januar in Kraft getreten war. Seitdem kämpfen viele Einrichtungen mit explodierenden Energiekosten und unbesetzten Stellen. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen in Lennestadt, warnte, dass die Bedürfnisse der Kinder wegen des Personalmangels nicht ausreichend erfüllt werden könnten. Eltern und Erzieherinnen beteiligten sich dort unter dem Motto "Wir sind sprachlos!" an den Demonstrationen.

Über 500 Träger, darunter auch Einrichtungen der Bistümer Münster und Köln, haben sich öffentlich gegen die Reform ausgesprochen. Ein zentraler Kritikpunkt ist das geplante System aus "Kern- und Randzeiten", das nach Ansicht der Gegner die Flexibilität für berufstätige Eltern einschränken würde. Die Landesregierung hat zusätzliche 50 Millionen Euro jährlich für Personal sowie 200 Millionen Euro für das nächste Kita-Jahr zugesagt. Sollte der Entwurf verabschiedet werden, würden die Änderungen 2025 greifen.

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Die Kundgebung in Lennestadt wurde vom Trägerverbund WIR-KITAs organisiert, an der sich rund 50 Kinder, Eltern und Erzieher beteiligten. Ähnliche Aktionen verbreiten sich im gesamten Sauerland, wo viele Einrichtungen bemängeln, dass der Gesetzentwurf die Realität vor Ort nicht abbilde.

Die Landesregierung versichert, die Reform werde die frühkindliche Bildung stärken und eine verlässlichere Betreuung gewährleisten. Da es jedoch keine offizielle Erhebung der Proteste gibt, bleibt das Ausmaß der Kritik unklar. Die Einrichtungen fordern weiterhin Nachbesserungen – andernfalls drohten Personalengpässe und finanzielle Belastungen weiter zu bestehen.

Quelle