NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlungsmethoden gegen Online-Kriminalität
Ehrentraud ZirmeNRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlungsmethoden gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung digitaler Ermittlungskompetenzen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen auszubauen. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode zur Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten, vor allem aus sozialen Medien. Behörden bilden nun Beamte in sechs spezialisierten Einheiten weiter, um deren digitale Expertise zu schärfen.
OSINT umfasst die Informationsbeschaffung aus frei verfügbaren Quellen zur Unterstützung kriminalistischer Ermittlungen. Die Technik ist mittlerweile ein zentrales Instrument im Kampf gegen politisch motivierte Straftaten. Federführend ist Fabian Coenen vom Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf, der die Maßnahmen in der Abteilung 22.2 leitet. Sein Team, zu dem auch die 28-jährige Beamtin Laura Ellrich gehört, setzt OSINT in Fällen des Staatsschutzes ein.
Das von Marc Restemeyer und weiteren Experten entwickelte Schulungsprogramm vermittelt den Beamten ein standardisiertes Grundwissen in OSINT. Restemeyer, 37-jähriger Ausbilder an der Landespolizeischule Neuss, leitet Kurse, die interaktive Videos und Praxisübungen kombinieren. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Vorbereitung neuer LKA-Anwärter sowie von Beamten, die in den Digitalstreifen-Einheiten der Region eingesetzt werden.
Swen Schubert führt die größte dieser Einheiten in Köln an, wo ein 18-köpfiges Team mit Mitgliedern zwischen 25 und 52 Jahren arbeitet. Gemeinsam bieten die sechs Sondereinheiten schnelle OSINT-Unterstützung für Staatsschutzoperationen und stärken so die digitalen Kapazitäten der Strafverfolgungsbehörden.
Die Ausweitung der OSINT-Ausbildung markiert einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der nordrhein-westfälischen Polizei. Beamte wie Ellrich und die Teams unter Coenen und Schubert verfügen nun über strukturierte Ressourcen, um Online-Ermittlungen zu verbessern. Ziel des Programms ist es, eine einheitlich qualifizierte Belegschaft aufzubauen, die digitale Bedrohungen effektiver bekämpfen kann.






