Rolls-Royce setzt auf modulare Gaskraftwerke – doch Deutschland bleibt skeptisch
Eva-Maria TrübRolls-Royce setzt auf modulare Gaskraftwerke – doch Deutschland bleibt skeptisch
Rolls-Royce hat modulare Gaskraftwerke auf den deutschen und europäischen Markt gebracht, die Energienetze während des Umstiegs auf erneuerbare Energien stabilisieren sollen. Doch seit 2023 bleibt die Nachfrage in Deutschland gering – hier dominieren Investitionen in Wind- und Solarenergie.
Die Anlagen des Unternehmens sind in standardisierten Einheiten mit 10, 20 oder 30 Megawatt Leistung erhältlich und lassen sich zu Kraftwerken mit einer Kapazität von fünf bis zu mehreren hundert Megawatt kombinieren. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Schwankungen bei der Wind- und Solarstromerzeugung auszugleichen und als Brückentechnologie für Zeiträume zwischen zehn Stunden und mehreren Wochen zu dienen.
Rolls-Royce garantiert einen Netzzugang innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach Bestellung. Die Kraftwerke eignen sich zudem für dezentrale Energienetze, was laut Unternehmen die Versorgungssicherheit erhöht. Ein weiterer Vorteil ist ihre Zukunftsfähigkeit: Die Module lassen sich später für den Betrieb mit Wasserstoff umrüsten.
Trotz dieser Vorzüge dämpft Deutschlands rasanter Ausbau der Erneuerbaren die Nachfrage nach gasbasierten Lösungen. Neue Kapazitäten werden weiterhin vorrangig in Wind- und Solarenergie statt in fossile Kraftwerke investiert.
Am 26. Februar wird das Unternehmen seine Finanzzahlen für 2025 vorlegen, die weitere Einblicke in die Marktentwicklung geben dürften.
Die modularen Kraftwerke von Rolls-Royce bieten eine flexible Lösung zur Netzsicherheit während der Energiewende. Dank schneller Inbetriebnahme und Wasserstofftauglichkeit könnten sie auch außerhalb Deutschlands auf Interesse stoßen. In einem Land jedoch, das konsequent auf Erneuerbare setzt, bleibt ihre Verbreitung durch die aktuellen Investitionstrends begrenzt.