Stillgelegte Bahnstrecke Bocholt–Münster soll wiederbelebt werden – mit überraschenden Vorteilen
Swantje WeinhageStillgelegte Bahnstrecke Bocholt–Münster soll wiederbelebt werden – mit überraschenden Vorteilen
Die Pläne zur Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke Bocholt–Münster gewinnen neuen Schwung. Verkehrsplaner halten die Strecke mittlerweile für wirtschaftlich tragfähig und sehen darin eine zweite Chance für die lange vernachlässigte Verbindung. Befürworter betonen ihr Potenzial, die Anbindung ländlicher Regionen zu verbessern und Emissionen zu reduzieren.
Die geplante Wiederinbetriebnahme würde Bocholt, Borken, Coesfeld und Münster erneut verbinden und gleichzeitig den Zugang zum Ruhrgebiet erleichtern. Frühere Studien gingen von etwa 7.000 Fahrgästen pro Tag aus. Neue Bewertungen deuten nun darauf hin, dass die Züge schneller und in kürzeren Abständen verkehren könnten als zunächst angenommen.
Auch die Kosten für die Sanierung der Strecke könnten niedriger ausfallen als bisher geschätzt. Eine Teil-Elektrifizierung ist vorgesehen, wobei auf der Linie voraussichtlich batteriebetriebene Züge zum Einsatz kommen sollen. Unterstützer argumentieren, das Projekt bringe nicht nur ökologische Vorteile, sondern stärke auch die regionalen Verkehrsverbindungen.
Trotz wachsender Zustimmung gibt es noch Hürden. Haushaltsbeschränkungen und Konkurrenz durch andere Infrastrukturprojekte könnten den Fortschritt verzögern. Die Befürworter drängen den Verkehrsverbund Westfalen-Lippe nun, mit der detaillierten Planung voranzuschreiten.
Bei einer Genehmigung könnte die reaktivierte Bahnstrecke den Regionalverkehr revolutionieren. Schnellere und häufigere Verbindungen würden ländliche Gebiete mit wichtigen Knotenpunkten vernetzen. Der Erfolg des Projekts hängt jedoch davon ab, die Finanzierung zu sichern und logistische Herausforderungen zu meistern.






