15 March 2026, 04:17

Umweltkriminalität in NRW: Abfallhändler wegen illegaler Entsorgung angeklagt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllentsorgung und Verschmutzung", mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Umweltkriminalität in NRW: Abfallhändler wegen illegaler Entsorgung angeklagt

Großangelegte Ermittlungen zu Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen führen zu Anklage gegen Abfallhändler

In Nordrhein-Westfalen hat eine großangelegte Ermittlung zu Umweltverbrechen zur Anklage gegen einen 63-jährigen Abfallvermittler aus Unna geführt. Dem Mann wird vorgeworfen, illegale Abfallgeschäfte betrieben, gefährliche Stoffe ohne Genehmigung behandelt und organisierten Betrug begangen zu haben. Die Behörden verfolgen den Fall bereits seit über 18 Monaten und deckten dabei ein Netzwerk auf, das verdächtigt wird, riesige Mengen belasteter Erde und giftiger Abfälle in der gesamten Region illegal entsorgt zu haben.

Der Beschuldigte befindet sich seit Oktober 2025 in Untersuchungshaft. Den Ermittlern zufolge begann er gemeinsam mit Komplizen im Januar 2024, gefährliche Abfälle anzunehmen, zu vermischen und umzudeklarieren, bevor sie an nicht zugelassenen Standorten abgeladen wurden. Allein in einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze wurden etwa 23.000 Tonnen kontaminierter Erde illegal deponiert. Eine ähnliche Menge soll in Kiesgruben in Kamp-Lintfort abgelagert worden sein.

Für den Verdächtigen ist dies nicht der erste Verstoß. Zwischen 2010 und 2013 war er an der illegalen Entsorgung von 25.000 Tonnen Ölpellets in einer Tongrube in Schermbeck beteiligt. Bei einer kürzlichen Durchsuchung seines Fahrzeugs fanden die Beamten 120.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände.

Die Zentrale Stelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität (ZfU) hat ihre Ermittlungen mittlerweile auf über 40 Personen ausgeweitet. Zwar stehen mehrere Abfallentsorgungs-, Transport- und Baufirmen unter Verdacht, doch wurden bisher keine weiteren Unternehmen offiziell bestätigt. Aufgrund rechtlicher Einschränkungen nach deutschem Strafprozessrecht (§ 161a StPO) dürfen derzeit keine weiteren Details bekannt gegeben werden.

Die Ermittlungen dauern an, während die Behörden das volle Ausmaß des kriminellen Netzwerks aufdecken. Dem Hauptverdächtigen drohen schwere Vorwürfe, darunter Betrug und illegale Abfallentsorgung. Weitere Festnahmen oder Anklagen sind nicht ausgeschlossen. Der Fall unterstreicht das Ausmaß der Umweltkriminalität in der Region, bei der über Jahre hinweg tausende Tonnen gefährlicher Abfälle unsachgemäß entsorgt wurden.

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