28 March 2026, 14:24

Warendorf beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten

Schwarz-weißes Foto einer Stadtstraße mit Gebäuden, Fenstern, Geländern, Namensschildern und einer Straße unten.

Warendorf beharrt auf umstrittenen Straßennamen trotz Bürgerprotesten

Stadt Warendorf behält drei umstrittene Straßennamen bei

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Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei umstrittene Straßennamen nicht umzubenennen. Die Entscheidung steht im Gegensatz zu einer Empfehlung eines Bürgergremiums, das sich für eine Umbenennung ausgesprochen hatte. Als Begründung wurden finanzielle Gründe und die lokale Präferenz angeführt. Auch eine Gedenktafel am Rathaus mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel bleibt erhalten.

Die betroffenen Straßen – Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße – behalten somit ihre bisherigen Namen. Ein Kompromissvorschlag, ein Zitat des ortsansässigen Autors Paul Schallück hinzuzufügen, wurde abgelehnt. Die Mehrheitskoalition aus CDU und Freien Wählern (FWG) argumentierte, dass die geschätzten Kosten von 5.700 Euro für die Austausch der Straßenschilder unnötig seien.

André Wenning, Ratsmitglied der FWG, betonte, dass die Meinung der Anwohner wichtiger sei als externe Empfehlungen. Reinhold Schoppmann, Vertreter eines Bürgerbündnisses, kritisierte die Entscheidung hingegen als verpasste Chance zur Auseinandersetzung mit der Geschichte.

In Deutschland gibt es seit Langem Debatten über die Umbenennung von Straßen, die mit Persönlichkeiten aus der NS-Zeit in Verbindung stehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie mit historischen Erblasten umgegangen werden soll. Der Warendorfer Stadtrat hat sich nun jedoch für den Status quo entschieden.

Damit bleiben sowohl die Straßennamen als auch die bestehende Gedenktafel am Rathaus unverändert. Die Haltung des Rates spiegelt sowohl haushaltspolitische Erwägungen als auch die Bevorzugung lokaler Empfindungen gegenüber übergeordneten historischen Bedenken wider. Die Entscheidung schließt dieses Kapitel ab, lässt die größere Debatte über den Umgang mit historischer Erinnerung aber ungelöst.

Quelle